11.10.2026 Queichreinigung

Nach unserer ersten Queichreinigung letzes Jahr wussten wir bereits, wie viel Müll sich auf unserem Hausbach befindet. So haben wir uns auf zur zweiten Müllsammelaktion gemacht. Wieder im Herbst, wieder bei Niedrigwasser und wieder mit erstaunlichen Fundstücken.

Lange war nicht klar, ob die Boote überhaupt würden schwimmen können. Der Wasserstand war erneut sehr niedrig, und bis kurz vor knapp stand die Aktion auf der Kippe. Zum Glück kam der benötigte Regen gerade noch rechtzeitig, wenn auch nur so viel, dass es eben gerade so reichte. Am Sonntagmorgen ging es dann doch los. Bewaffnet mit Müllsäcken, Körben und Eimern machten wir uns daran, die Queich von Müll zu befreien. Was wir fanden, sorgte nicht nur für Kopfschütteln, sondern auch für die eine oder andere Überraschung. Jacken, Bälle, ein Standventilator, drei Handys, ein alter Telefonhörer und sogar eine Baustellenabsperrung. Besonders die schiere Menge an Flaschen gab uns Rätsel auf. „Wer, bitte schön, entsorgt seine Bierflaschensammlung in der Queich?“. Eine Antwort darauf fanden wir nicht, dafür aber noch jede Menge weiterer Hinterlassenschaften, die in einem Gewässer nichts verloren haben.

Wer dachte, mit dem Boot durch die Innenstadt zu paddeln, hatte die Rechnung ohne das Niedrigwasser gemacht. Streckenweise war die Queich so flach, dass wir aussteigen und unsere Boote hinter uns herziehen mussten. Das Wasser reichte stellenweiße gerade einmal bis zu den Knöcheln. Da wir nun aber eh schon standen, haben wir dann aber die Böschung von Unrat befreit. Es hieß also laufen, ziehen, Müll einsammeln und sich der sportlichen Herausforderung stellen. Dabei blieben wir nicht unentdeckt, Wilfried Brosinsky ein Leser der Rheinpfalz hat uns entdeckt und ein Foto von uns an die Zeitung geschickt. Frei nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ freuen wir uns über den daraus entstandenen Artikel sehr.

An der Stadtbibliothek hatten wir endlich die Möglichkeit unsere Boote zu entlasten. Wir packten alles in Müllsäcke und legten sie dort für die Abholung durch die Stadt bereit. Eine Entscheidung, über die wir später noch sehr froh sein sollten, denn kurz hinter dem Bahnhof kenterte der Kanadier, mit dem wir den Müll gesammelt hatten. Selbstverständlich befand sich schon wieder neuer Müll darin, den wir nun schnell wieder einzusammeln versuchten, was uns leider nur zum Teil gelang. Der erst wurde vom Wasser davongetragen.

Dennoch erreichten wir glücklich, müde, nass und ziemlich durchgefroren das Bootshaus. Auch dort legten wir unsere letzten Funde für die Stadt zur Abholung bereit. Hinter uns lag ein anstrengender Tag mit niedrigem Wasserstand, schweren Müllsäcken, kuriosen Fundstücken und einer Kenterung.

Ein großes Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die mit angepackt, gesammelt, gezogen und durchgehalten haben! Und natürlich ein ebenso großes Dankeschön an die Stadt für die Abholung des gesammelten Mülls.

Die zweite Queichreinigung hat einmal mehr gezeigt, wie viel Unrat in unserem Gewässer landet – und wie wichtig es ist, sich gemeinsam darum zu kümmern.