21.-27.05.2026 Unser Verein bei der 50. Vogalonga in Venedig

Ein Wochenende, 50 Jahre Tradition und unzählige Gänsehautmomente: Zum ersten Mal in unserer Vereinsgeschichte haben wir uns auf den Weg nach Venedig gemacht, um an der legendären Vogalonga teilzunehmen. Es war ein Abenteuer zwischen farbenfrohen Inseln, historischen Palästen und dem einzigartigen Teamgeist unserer Gruppe.

Der Auftakt: Ein Farbenmeer in Burano

Unser venezianisches Abenteuer begann am Samstag mit einer Eingewöhnungstour, die uns direkt in das Herz der nördlichen Lagune führte. Ziel war Burano, die wohl fotogenste Insel Venedigs. Bekannt für ihre leuchtend bunten Häuser, die früher den Fischern bei Nebel den Weg nach Hause wiesen, und die weltberühmte Tradition der Spitzenstickerei, bot Burano die perfekte Kulisse. 

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten wir die Fahrt, um uns an das besondere Wasser der Lagune zu gewöhnen. Das Paddeln zwischen den „Briccole“ – jenen markanten Holzpfählen, die die Fahrrinnen markieren – war für uns alle ein besonderes Erlebnis. Unsere Gruppe, darunter auch einige Anfänger, meisterte die ersten Kilometer mit Bravour und genoss die friedliche Atmosphäre der weiten Wasserflächen.

Das Hauptevent: 50 Jahre Vogalonga

Am Sonntag war es dann so weit: Die 50. Vogalonga rief! Was 1974 als friedlicher Protest lokaler Ruderer gegen den zunehmenden Wellenschlag durch Motorboote begann, hat sich zu einem der beeindruckendsten Wassersport-Events der Welt entwickelt. Über 2.000 Boote und rund 8.000 Teilnehmer aus aller Welt versammelten sich vor dem Markusplatz, um ein Zeichen für den Erhalt der Lagune zu setzen.

Wir entschieden uns für eine Route, die uns zunächst zur Insel Murano führte. Murano ist seit dem 13. Jahrhundert das Zentrum der Glaskunst – eine Insel voller Geschichte und Handwerksstolz. Von dort aus steuerten wir auf das große Finale zu: Die Einfahrt nach Venedig.

Gänsehaut im Canal Grande

Der Moment, in dem man mit dem Paddelblatt in das Wasser der Lagunenstadt eintaucht und die prunkvollen Fassaden der Paläste an einem vorbeiziehen, ist schwer in Worte zu fassen. Wir passierten den Rio di Cannaregio unter dem Jubel tausender Zuschauer, die die Brücken und Ufer säumten. Das Highlight war die Fahrt über den Canal Grande, die Hauptschlagader Venedigs, die an diesem Tag exklusiv den muskelbetriebenen Booten vorbehalten war. 

Besonders stolz sind wir auf unsere Vereinsmitglieder, die zum ersten Mal auf so einer großen Tour dabei waren. Trotz der ungewohnten Wellenbewegungen und des enormen Treibens auf dem Wasser blieben alle sicher und souverän in ihren Booten. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Gruppe zusammenhielt und sich gegenseitig durch die Strömungen zog.

Ein Fazit voller Stolz

Für uns als Verein war diese erste Teilnahme an der Vogalonga ein voller Erfolg. Wir haben bewiesen, dass wir auch in fremden und anspruchsvollen Revieren gemeinsam Großes erreichen können. Die Kombination aus sportlicher Herausforderung, kulturellen Highlights und der einzigartigen Kulisse Venedigs wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Venedig ist mehr als nur eine Stadt im Wasser – es ist ein fragiles Kunstwerk. Ein Teil dieser 50-jährigen Tradition gewesen zu sein, erfüllt uns mit Stolz. Eines steht fest: Es war unsere erste Vogalonga, aber sicher nicht unsere letzte!

⚠️ Wichtige Sicherheitshinweise für Nachahmer (bitte lesen)

Sicherheit geht vor: Die Lagune ist kein Anfängerrevier

So malerisch die Bilder auch aussehen – eine solche Tour erfordert eine gründliche Vorbereitung und die richtige Ausrüstung. Was auf den ersten Blick wie ein entspanntes Paddeln wirkt, ist in der Realität eine Fahrt auf offenem Gewässer mit ganz eigenen Tücken.

Ausrüstung & Training Für uns war die Sicherheit kein Zufallsprodukt. Neben der Standardausrüstung wie Schwimmwesten und Wurfsack war das obligatorisches Sicherheitsequipment wie Paddelfloat und Lenzpumpe mit an Bord. Den Umgang damit sowie den kontrollierten Wiedereinstieg haben wir vorab im Freibad trainiert. Doch man darf sich nicht täuschen lassen: Was im ruhigen Süßwasser des Schwimmbeckens Routine ist, wird im Salzwasser bei Wind und Wellengang sofort um ein Vielfaches schwerer.

Die Herausforderung „Kabbelwasser“ Besonders die Lagune von Venedig – und hier vor allem der Bereich rund um den Markusplatz – hat es in sich. Das Problem sind nicht einzelne Schiffe oder ablegende Fähren, die man gut im Blick behalten kann. Es ist der immense Mix aus Berufsverkehr, Wassertaxis und privaten Sportbooten. Die Wellen kommen hier nicht geordnet aus einer Richtung, sondern treffen aus verschiedenen Winkeln aufeinander. In diesem sogenannten „Kabbelwasser“ wird man schnell zum Spielball der Wellen, was selbst bei erfahrenen Paddlern für ein mulmiges Gefühl sorgen kann.

Navigation und Orientierung In solch unruhigen Momenten ist an eine entspannte Bedienung von Navigations-Apps auf dem Handy nicht zu denken. Die Kenntnis der Fahrrinnen und Flachwasserzonen ist jedoch lebenswichtig. Wir setzen daher auf eine Kombination aus Technik und Bewährtem: Ein wasserfest verpacktes Handy mit den wichtigsten Notrufnummern ist ein Muss, aber ein laminierter Kartenausdruck auf dem Decknetz bleibt unersetzlich, da er auch bei Wellengang und direkter Sonneneinstrahlung immer ablesbar bleibt.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, die Lagune auf eigene Faust zu erkunden, gilt die goldene Regel des Küstenpaddelns: 

„Es ist viel schöner, am Ufer zu stehen und zu denken: ‚Wie gerne wäre ich jetzt da draußen‘, als auf dem Meer zu sein und zu denken: ‚Wie gerne wäre ich jetzt am Ufer‘.“

Unterschätzt niemals die Natur und den Verkehr – eine gute Tour ist eine, von der alle gesund und mit einem Lächeln zurückkehren.